„Reiki als angewandtes Mitgefühl“: Teil I Meine Begegnung

Mit dieser Formulierung hat Frank Arjava Petter Reiki auf einen wie ich finde schönen Punkt gebracht. Was Reiki ist, woher es kommt und wie wir es nutzen können, erfahrt Ihr hier: Teil I von III – Meine Begegnung mit Reiki

Bild von Kranich17 auf Pixabay

Irgendwann vor ungefähr 10 Jahren. Ich liege mit geschlossenen Augen auf einer Liege in einem Raum, der an eine physiotherapeutische Praxis erinnert. Im Hintergrund klingt leise ruhige Instrumentalmusik. Den Anweisungen der Therapeutin folgend tue ich gar nichts, sondern lasse die Behandlung einfach geschehen. Wir haben zuvor über meine Wünsche gesprochen und ein paar Kernsätze dazu formuliert. Ein besonders dringendes Problem habe ich eigentlich nicht (mein Problem sitzt derweil wohl imaginär daneben und lacht ein wenig still vor sich hin… ;), zumindest empfinde ich mich nicht auf der dringenden Suche nach einer Lösung, aber ich bin sehr neugierig auf die neue Erfahrung. Als ich die Hände der Therapeutin an meinen Schultern spüre, geht es los. Ich bleibe entspannt, beobachte, hänge meinen Gedanken nach, horche in mich hinein – und spüre auf oder in meinem Körper Dinge passieren. Es klopft, es zieht, es zuckt, es pulsiert, es wird warm, heiss und wieder kühl, es kribbelt, es blubbert, es rieselt, es fliesst – ganz eindeutig: hier geschieht etwas. Nach einer Weile hört es auf, ich bin wohlig entspannt, ruhig, heiter und fühle mich erholt und so frisch, als hätte ich eine Nacht lang geschlafen. Es wird nicht mein letzter Besuch sein, sondern der Anfang eines Weges –  ein Weg, der mich immer näher zu mir selber führen wird.

Meine erste Begegnung mit Reiki kam auf den ersten Blick unspektakulär zustande – und führte dazu, dass ich selber zur Reiki-Praktizierenden wurde. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass noch viel zu lernen ist, um Reiki wirklich zu verstehen – falls das denn abschliessend möglich ist.

Ich war mit einer persönlichen Angelegenheit in einer ganzheitlichen Beratungspraxis angelangt, wo mir schliesslich Reiki angeboten wurde. Ich hatte den Begriff zwar schon aufgeschnappt, aber mich bis dahin nie näher damit befasst. Unbekümmert und neugierig stimmte ich einer Behandlung zu, ohne konkrete Vorstellung davon, was Reiki ist. Glücklicherweise war ich zwar wissenschaftlich ausgebildet und daher geschult in kritischem Denken, jedoch immer offen für Neues – und besonders für ungelöste Rätsel. So ging ich entspannt und unbefangen in Reiki hinein, um mir die Sache einmal näher anzuschauen.

Die Begegnung mit Reiki entwickelte sich sehr rasch zu einer ernsthaften Beziehung, weil ich fasziniert davon war, sein Wirken körperlich so deutlich wahrzunehmen. Ich hatte die Wahl, Reiki als esoterisch-verschrobene Illusion zu betrachten (da mit wissenschaftlichen Methoden scheinbar nicht erklärbar und nicht messbar, mehr dazu in Teil III Reiki & die Wissenschaft) – oder diese deutliche selbst erfahrene „empirische Evidenz“ ernstzunehmen und sie zu ergründen. Ich entschied mich für die zweite Option.

Und so wurde ich nach und nach von der Klientin zur Reiki-Praktikerin. Zunächst wollte ich Reiki einfach anwenden und ausprobieren, vorzugsweise an mir selbst. Je tiefer die Beziehung wurde, desto mehr wollte ich Reiki wirklich verstehen und in einen Zusammenhang bringen auch mit wissenschaftlichen Konzepten. Dass Reiki existiert und wirkt, wusste ich aufgrund der Selbsterfahrung mit Sicherheit, aber ich wollte es auch verstehen und erklären – und auf diesem Weg bin ich weiter unterwegs.

Ach ja, meine persönliche Angelegenheit ist unterdessen gelöst – es ging um Liebe, und damit noch eine ganze Reihe anderer Themen, an die ich mich nach und nach wieder erinnerte, und die ich in Ordnung bringen konnte. Nur soviel: Es ging um sehr grundlegende Entscheidungen dazu, wie ich mich in dieser Welt erlebe und bewege (oder eben nicht), die ich aufgrund schmerzhafter biografischer Erfahrungen getroffen und vergessen hatte. Sie hatten meinen Weg geprägt und das Leben für mich zu einer anstrengenden und unfreien Angelegenheit gemacht. Ich war unglücklich, aber hatte mich an diesen Zustand so gewöhnt, dass ich ihn für normal hielt. Das ist er nicht. Für mich war daher ein Zugang auf allen Ebenen, statt „nur mit dem Kopf“, wie ihn Reiki bietet, der perfekte Weg.

 

Quelle:

Petter, Frank Arjava (2007). Reiki ganz klar! Was Reiki ist und was Reiki nicht ist. 2. Aufl. Windpferd (Zitat: S. 17)

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