Auf dem Weg zu sich selbst: Über «mojodo»

Mojo- wie..? Was es genau mit diesem Wort auf sich hat und wie es mich fand, erfahrt ihr hier.

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Ich habe schon einiges erlebt mit dem Namen, der auf meiner Visitenkarte steht, und wahrscheinlich stehen Marketingspezialist*innen die Haare zu Berge 😉 Das fängt beim Rätseln über die Aussprache an – und hört da wohl nicht auf, wo ein Kunde zu mir sagt: «Also, Frau Wüthrich, diesen Namen, den fand ich komisch, aber jetzt bin ich ja hier.»

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: die Aussprache. Im Grunde ist es ganz einfach: es heisst «modscho do», mit einer Betonung auf der ersten Silbe. (Verwirrend wird die Sache natürlich beispielsweise für Menschen mit Spanischkenntnissen, denn «mojodo» würde dort erstens anders ausgesprochen und würde zweitens als «mojo» etwas anderes bedeuten und an Dressing denken lassen, was ja nun wirklich nicht ganz im Fokus  meines Angebots steht ;).

Was aber heisst es denn nun? Dazu muss ich kurz ausholen, wie das Wort und ich uns begegneten:

Es ist ein sogenanntes Kunstwort, eine Zusammensetzung aus zwei Begriffen. Ich erinnere mich genau an den Tag, als zwei Worte sich in meinem Kopf zusammentaten. Es war ein Februarmorgen vor einigen Jahren, ziemlich früh, draussen war es noch dunkel. Ich war zeitig aufgestanden und dachte beim Kaffee darüber nach, was für eine Arbeit ich gerne machen wollte und wie so eine Arbeit heissen könnte. Ich wollte nämlich einen Domain-Namen reservieren und mit ersten Vorbereitungen anfangen. Und obwohl ich grosse Achtung (und etwas Angst…) vor meinem Nachnamen habe, der eine lange Tradition im Herzen des Emmentals mitbringt und mich mit meiner Herkunft verbindet, stellte sich keine rechte Vorfreude ein, als ich mir Namensvarianten dazu ausmalte. Ausserdem war die Domain auch schon vergeben… Und als ich so sinnierte, gingen mir die japanische Herkunft meiner Methode und ein Film durch den Kopf, den ich kürzlich gesehen hatte. Der übrigens sehr empfehlenswerte Animationsfilm «The Princess and the Frog / Küss den Frosch» erzählt von einer mittellosen und unerschrockenen jungen Frau im tiefen amerikanischen Süden, die einen Traum hat (nicht den Prinzen), den sie auf Umwegen schliesslich erfüllen kann (inklusive Prinz, wer hätte das gedacht ;). Und da war es auf einmal, dieses seltsame Wort: Mojo Do, mojodo…

Nun zur Bedeutung, fangen wir beim einfacheren Teil an: dem «Do» . Das kennen die meisten wohl oder haben es schon mal gehört. «Do» ist das japanische Wort für den «Weg» , wobei dieser Weg als Suche nach Sinn, nach einem Verständnis von sich selbst und dem Leben begriffen werden kann. Japanische Kampfkünste werden meist in einem «Dojo», ihrem «Ort des Weges» , gelehrt und trainiert, und tragen das «Do» oft im Namen (Ju-Do, Aiki-Do). Für mich steht dieses Do dafür, dass wir alle uns auf einem eigenen und einzigartigen Lebens-Weg befinden, der uns führt, womöglich immer näher zu uns selbst. Das Do ist für mich zugleich Richtung (wohin geht es, wohin will ich?) und das Gehen auf dem Weg (was erlebe und erfahre ich dabei, was lerne ich dabei, was erkenne ich dabei, welche Abzweigung will ich wählen?).

Der erste Teil des Namens ist ebenfalls facettenreich: das «Mojo» . Freunde des Blues werden es schon angetroffen haben, zum Beispiel in der Interpretation des Stücks «Got my mojo workin» von Muddy Waters. Waters beklagt hier den bedauerlichen Umstand, dass seine «Anziehungskraft» auf die Angebetete keine Wirkung entfaltet (was Elvis ebenfalls traurig fand). Ursprünglich steht das kreolische Wort «mojo» für einen Zauber, Talisman oder Glücksbringer (eine sehr detaillierte Darstellung zur ursprünglichen Wortbedeutung findet sich hier bei SlangGuy).  Im heutigen amerikanischen Englisch wird «mojo»  umgangsprachlich verwendet, um ein «gewisses Etwas» zwischen Tatkraft, Inspiration, kreativer Begabung und oder eben auch erotischem Charisma zu bezeichnen. «She got her mojo back» meint dann beispielsweise, dass jemand, zum Beispiel eine Künsterlin, eine Sportlerin, wieder zu Hochform aufläuft und ihr Talent zum Ausdruck bringen kann. Für mich steht dieses Mojo für die eigene einzigartige Wesens- und Schaffenskraft, mit der wir unsere Stärken, Gaben, Talente entfalten und ein Leben in Freude und Fülle leben können.

Mojodo soll darum ein Ort sein, der bei der Entfaltung der eigenen einzigartigen Kraft, des persönlichen «mojo», unterstützt und darin ermutigt – mich selbst und andere.

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